6:1 Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden.
Es ist des Herrn Weise, zu zerreißen ehe Er heilt. Das ist die aufrichtige Liebe Seines Herzens und die sichere Heilkunst Seiner Hand. Er schlägt, ehe Er verbindet, sonst würde es ein ungewisses Werk sein. Das Gesetz kommt vor dem Evangelium; das Gefühl der Bedürftigkeit vor der Gabe. Ist der Leser jetzt unter der überführenden, zermalmenden Hand des Geistes? Hat er den knechtischen Geist empfangen, daß er sich abermal fürchten mußt? Dies ist eine heilsame Vorbereitung auf das wirkliche Heilen und Verbinden des Evangeliums.
Verzweifle nicht, liebes Herz, sondern komme zu dem Herrn mit all deinen zackigen Wunden, schwarzen Beulen und eiternden Geschwüren. Er allein kann heilen, und Er freut sich, es zu tun. Es ist unsres Herrn Amt, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, und Er versteht es trefflich. Laßt uns nicht zögern, sondern sofort wieder zum Herrn kommen, von dem wir uns verirrt haben. Laßt uns Ihm unsre klaffenden Wunden zeigen und Ihn bitten, Hand an Sein Werk zu legen und es zu vollenden. Wird ein Wundarzt schneiden und dann seinen Kranken zu Tode bluten lassen? Wird der Herr unser altes Haus niederreißen und sich dann weigern, uns ein besseres zu bauen? Vermehrst Du je unnötigerweise das Elend armer, geängsteter Seelen? Das sei ferne von Dir, o Herr. (Charles Haddon Spurgeon)
6:2 Er macht uns lebendig nach zwei Tagen; er wird uns am dritten Tag aufrichten, daß wir vor ihm leben werden.1)
6:3 Dann werden wir acht darauf haben und fleißig sein, daß wir den HERRN erkennen. Denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.
6:4 Was soll ich dir tun, Ephraim? was soll ich dir tun, Juda? Denn eure Liebe ist wie eine Morgenwolke und wie ein Tau, der frühmorgens vergeht.
6:5 Darum schlage ich sie durch die Propheten und töte sie durch meines Mundes Rede, daß mein Recht wie das Licht hervorkomme.
6:6 Denn ich habe Lust an der Liebe, und nicht am Opfer, und an der Erkenntnis Gottes, und nicht am Brandopfer.
6:7 Aber sie übertreten den Bund wie Adam; darin verachten sie mich.
6:8 Denn Gilead ist eine Stadt voll Abgötterei und Blutschulden.
6:9 Und die Priester samt ihrem Haufen sind wie die Räuber, so da lauern auf die Leute und würgen auf dem Wege, der gen Sichem geht; denn sie tun, was sie wollen.
6:10 Ich sehe im Hause Israel, davor mir graut; denn da hurt Ephraim und verunreinigt sich Israel.
6:11 Aber auch Juda wird noch eine Ernte vor sich haben, wenn ich meines Volks Gefängnis wenden werde.